100 Jahre Freiwillige Feuerwehr Rhens 1897 bis 1997

Dr. Christine Goebel hat sich zu unserem 100 jährigen Bestehen 1997 die Mühe gemacht, aus den Dienstbüchern einen Überblick und den Verlauf des Löschzuges Rhens Ihnen und uns nahezubringen.

Auf den folgenden Seiten erfahren Sie in 5 Abschnitten unsere Geschichte über einen Zeitraum von 100 Jahren seit Gründung der Freiwilligen Feuerwehr Rhens 1897.

Im ausgehenden 19. Jahrhundert war Rhens ein Ort mit rund 1600 Einwohnern und 270 bewohnten Gebäuden. Die enge Bebauung, die auch heute noch das Ortsbild des "Flecken" prägt, bestand vorwiegend aus Fachwerkhäusern.

Unter der besonderen Anfälligkeit dieser Bauweise für Brände und deren schnellen Ausbreitung hatten die Menschen unserer kleinen Stadt seit jeher zu leiden. Man nimmt sogar an, daß die zahlreichen Feuer des 19. Jahrhunderts den mittelalterlichen Ortskern völlig verändert haben. Allein 1895 fielen beispielsweise in der Neustraße und in der Langstraße ganz Häuserreihen mehrmals Großbränden zu Opfer.

Der Gemeinderat zog aus dieser Situation die Konsequenz und beschloß in seiner Sitzung vom 4. Januar 1897 "... der Bildung einer freiwilligen Feuerwehr näher zu treten. Zunächst soll ein Aufruf erlassen werden, um festzustellen, wer der Feuerwehr beitreten will" (vgl. LHAKO, Best. 655, 18, Nr. 115 - 04.01.1897). Der Aufruf war ein voller Erfolg. Bereits am 7. Februar konnte die Gründungsversammlung der Freiwilligen Feuerwehr Rhens durchgeführt werden.

In Anwesenheit des Bürgermeisters Mielcke und des Kreisbrandmeisters Schmalenbach aus Bendorf wurde die Wehr von 44 Männern aus der Taufe gehoben. Der Zimmermann Heinrich Dillmann wurde zum ersten Oberführer der Wehr und Johann Forneck zu seinem Stellvertreter gewählt. Aus Zeugwart erhielt Josef Ott das Vertrauen der Gründungsmitglieder und als Kassen- und Schriftführer Aloys Duhr. Der Gemeinderat zeigte sich sehr erfreut über die positive Resonanz des Aufrufs und beschloß die Freiwillige Feuerwehr "für erstmalige Ausrüstung" u.a. mit einem Zuschuß von 550 Mark zu unterstützen. Darüber hinaus, war auch der Rhenser Mineralbrunnen sofort bereit, die Wehr großzügig zu unterstützen.

Die Ausrüstung für 25 Mann wurde von dieser Seite zur Verfügung gestellt. Die junge Wehr, die sich in den folgenden Monaten bei einem Mitgliederbestand von 25 Mann stabilisierte erreichte sehr schnell einen guten Organisations- und Ausbildungsstand, so daß sie ihren ersten Einsatz am 3. Juni 1898 ohne Probleme meisterte. Bei einem Wassereinbruch in den Kellerräumen des Winzers Michel Schreiber demonstrierten die Männer, wie sie sich zu einer leistungsstarken Mannschaft entwickelt hatten. Auch die erste Feuerprobe ließ nicht lange auf sich warten.

Am 30. November des gleichen Jahres war in dem landwirtschaftlichen Betrieb von Peter Eich ein Feuer ausgebrochen. Mit berechtigtem Stolz wird im Protokollbuch über diesen Einsatz berichtet. Die Wehr war "... in kurzer Zeit auf der Brandstätte zusammen und nur ihrem wackeren und strammen Angreifen ist es zu danken, daß das Feuer nicht weiter um sich griff und auf seien Herd beschränkt wurde" (vgl. Protokollbuch 1897-1965 - 30.11.1898).

Die Arbeit der Rhenser Feuerwehrkameraden erhielt auch in den folgenden Jahren viel Lob, so daß sie sich der weiteren Unterstützung durch den Gemeinderat sicher sein konnten. Nachdem der von der Wehr genutzte Raum im Erdgeschoß des Rathauses für die Ausrüstung zu klein geworden war, wurde ihr am 20. Mai 1905 die Gemeindescheune zur Verfügung gestellt. Auch die zahlreichen Dankschreiben im Protokollbuch der Rhenser Wehr zeigen, wie schnell sie zu einer Institution geworden war, auf die sich die Rhenser Bürger verlassen konnten.

Unter der bewährten Führung von Heinrich Dillmann blieb aber auch die Geselligkeit der Feuerwehr nicht auf der Strecke. Neben dem Besuch von zahlreichen Festen und Jubiläen benachbarter und befreundeter Wehren wurde 1908 zum ersten Mal ein Feuerwehrball ausgerichtet, der sich zu einem festen Bestandteil im Jahresprogramm der Feuerwehr entwickelte. Im Jahr 1913 erhielt die Wehr die erste überörtliche Anerkennung. Der 19. Verbandstag der Freiwilligen Feuerwehren im Regierungsbezirk Koblenz konnte gemeinsam mit dem 16 jährigen Stiftungsfest der Wehr in Rhens gefeiert werden.